Knapp 108 Millionen Eintrittskarten verkaufen deutsche Museen and Ausstellungshauser im Jahr. Das ist ein Vielfaches der Theater- oder Klassikkarten; auch die FuBballstadien sind von sol-chem Andrang weit entfernt. Man solite meinen, die Deutschen seien auBergewóhnlich kunstbegeistert. Das stimmt, allerdings: Museen in Japan, den USA and Brasilien sind noch erfolgreicher, wie Art Newspaper in einem Vergleich der Ausstellungsbesuche berichtet. 2010 belegte Japan zum dritten Mal vier der funi vordersten Platze. Mit mehr als 12 000 Gasten taglich fiihrt das Nationalmuseurn Tokio die Liste an mit einer Schau fiber den Maler Hasegawa Tohaku aus dem 16. Jahrhundert. Gleich dahinter rangieren mit 10 700 Besuchern am Tag die franzósischen Post-Impressionisten in der nationalen Kunsthalle von Tokio. Ihre Vorliebe fiir alte and friihmoderne Meister teilen die Japaner mit dem Rest der Welt. Die beliebteste Ausstellung in Europa (auf Platz 17) fiihrte in den Uffizi-en ins 15. Jahrhundert zu Hans Memling. Deutschland konnte nur deshalb Platz 44 erringen, weil Botticelli im Frankfurter Stadel mit fast 4000 Besuchern am Tag das Publikum magnetisch anzog. Damit stSBt das Museum in die Liste der funi begehrtesten Altmeisterschauen vor and kann sich fast schon mit Caravaggio in Rom (rund 5000 Tickets) messen. In dem Vergleich abgeschlagen mit rund 2100 Besuchern am Tag wirkt die zweitbeliebteste deutsche Schau: "Pop Life" in der Hamburger Kunsthalle. Auch Gegenwartskunst aber kann Mas-sen in Bewegung setzen, wie vor allem in Nord- and Siidamerika zu erleben. Marina Abramovic zog mit ihren dringlichen bis schmerzhaften Performances im New Yorker MoMA mehr als 7000 Besucher am Tag an. Kaum weniger fiberffillt war die Biennale von Sao Paulo, die wichtigste kiinstlerische GroBveranstaltung der Siidhalbkugel. Wie die Japaner and Amerikaner, so freuen sich auch Brasilianer besonders fiber Werke aus Europa: Die deutsche Installationskiinstlerin Rebecca Horn motivierte in Rio taglich 6700 Neugierige zum Museumsbesuch. Noch dariiber lag eine Islam-Ausstellung ebenfalls in Rio. Ausstellungen, die relevante Bildung versprechen, haben es offenbar iiberall leicht. So stiirmten in Shanghai taglich 6600 Besucher eine Schau zur Tempelkunst aus Indien. Insgesamt geht alles, wenn es gut gemacht ist: van Goghs Briefe in London ebenso wie Trickfilme von William Ken-tridge im MoMA oder gar Zeichnungen zum Lincoln-Denkmal in Washington, mit erstaunlichen 2,9 Millionen Besuchern in zwei Monaten.
Botticelli Superstar Japan, Brasilien and die USA fiihren die weltweite Rangliste der Museumsausstellungen an
Museumsbesuche in Deutschland: 108 Millionen Eintrittskarten pro Jahr. Museen in Japan, den USA und Brasilien sind erfolgreicher. Japan belegt Platz 3 mit 12.000 Besuchern pro Tag. Die Nationalmuseums in Tokio führt die Liste an. Die französischen Post-Impressionisten in der nationalen Kunsthalle von Tokio kommen dicht dahinter. Die Japaner bevorzugen alte und moderne Meister. Die beliebteste Ausstellung in Europa ist die von Hans Memling im Uffizi in Florenz. Deutschland belegt Platz 44. Das Museum in Frankfurt mit Botticelli fällt auf Platz 17. Die Hamburger Kunsthalle mit "Pop Life" belegt Platz 2. Die Biennale von Sao Paulo ist die wichtigste künstlerische Veranstaltung in Südamerika. Brasilianer bevorzugen Werke aus Europa.
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