Aus Protest gegen die harsche Sparpolitik in seinem Ressort will der italienische Kulturminister Sandro Bondi zurücktreten Ein Traumjob ist das doch eigentlich: Kulturminister von Italien, des Landes, das ein Sechstel des Weltkulturerbes beherbergt. Schönheiten and Schatze aus drei Jahrtausenden, um die die Welt Italien beneidet, Theater wie die Scala and La Fenice. Doch Sandro Bondi hat vergangene Woche mitgeteilt, dass er bald-möglichst zurücktreten will. Niemand in Italien war davon überrascht, kaum jemand scheint es zu bedauern. Bondi hatte weder genug Rückhalt in der Regierung, noch hat er sich Freunde unter den Kulturschaffenden gemacht, seitdem er 2008 Minister wurde. Als Grund für seinen Rückzug nannte der 51-Jahrige eine "gewalttätige Medienkampagne" gegen ihn. Aber vor allem sagte er, es sei ihm nicht gelungen, seine Kabinettskollegen zu überzeugen, dass das Verhältnis von Staat and Kultur sich andern muss. Mit anderen Worten, sie hatten nicht begriffen, dass seine Kulturschatze für Italien von herausragender Wichtigkeit sind. Es ist ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes: Auf die Kultur schlagen die Etatkürzungen voll durch. 2011 sind die Ausgaben für Kultur um vierzig Prozent auf gerade mal 2888 Millionen reduziert worden. Bondi hatte wegen der Kürzungen, die keinen Handlungsspielraum lassen, schon vor Monaten mit Rücktritt gedroht. Doch hat er es mit einem Finanzminister zu tun, der meint: "Kultur kann man nicht essen." Diese Ignoranz ist Giulio Tremonti von Umberto Eco and vielen anderen Intellektuellen um die Ohren gehauen worden. Sie haben darauf verwiesen, dass man mit Kultur sehr wohl Arbeitsplatze schaffen and Geld verdienen kann. Vorausgesetzt, Kulturstatten werden intelligent verwaltet. Bondi ist es aber nicht einmal im Ansatz gelungen, die verkrusteten Strukturen der Kulturbürokratie aufzubrechen. Das Chaos um die Verwaltung Pompeis ist hierfür beispielhaft. Als dort im November das Haus der Gladiatoren einstürzte, hagelte es Angriffe auf Bondi: Nicht einmal diese einzigartige archäologische Statte zu schützen, sei er im Stande, mehr Beweis für sein Scheitern sei nicht möglich. Wie viel Schuld der Minister tatsachlich tragen mag - sein Name ist jetzt verbunden mit dem Einsturz, der ein Symbol für das Versagen der Regierung geworden ist. Ein Misstrauensantrag der Opposition gegen Bondi, der seine Politkarriere als kommunistischer Bürgermeister seines toskanischen Geburtsort Fivizzano begann, wurde so lange herausgeschoben, bis die Regierungskoalition wieder genug Stimmen zusammengeklaubt hatte, um ihn am 26. Januar abzuschmettern. Bei Auftritten in den letzten Monaten wirkte der eher weiche Bondi gequält. Hilfe von Kulturschaffenden konnte er nicht erwarten. Alle Sparten haben unter seiner Sparpolitik gelitten. Spektakulärste Kulisse für Proteste der Künstler war zuletzt die glanzvolle Saisoneröffnung der Mailander Scala im Dezember, Bondi hatte sich dort gar nicht erst blicken lassen.
Sturz in Pompei
Kulturminister Sandro Bondi will zurücktreten, nachdem er von der harten Sparpolitik in seinem Ressort angegriffen wurde. Bondi hat angekündigt, dass er bald zurücktreten wird, nachdem er von einer "gewalttätigen Medienkampagne" gegen ihn angegriffen wurde. Er hat auch gesagt, dass er nicht in der Lage war, seine Kabinettskollegen zu überzeugen, dass das Verhältnis von Staat und Kultur sich ändern muss. Bondi hat die Ausgaben für Kultur um 40% reduziert, von 2011 bis 2012. Er hat auch gesagt, dass Kultur "nicht zu essen" ist. Dies hat zu Protesten der Künstler und Intellektuellen geführt.
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