Das antike Pompeji bröckelt weiter, und nichts scheint den Verfall stoppen zu können. Mauern aus der Römerzeit, die den Ausbruch des Vesuv 79 nach Christus überstanden haben, brechen ein. Starker Regen hat am Mittwoch zu weiteren Einstürzen in der Ausgrabungsstätte geführt. Wie italienische Behörden bestätigten, stürzte eine zwei Meter hohe Trennmauer zwischen Häusern an der Via Stabiana ein. Auch die sieben Meter hohe Mauer, die das "Haus des Moralisten" umgab, fiel in sich zusammen. Vermutlich sind diese Einstürze auf den nach starken Regenfallen aufgeweichten Boden zurückzuführen. Experten erklärten, die Verluste seien nicht von archäologischem Interesse. Doch die Einstürze in Pompeji mehren sich. Bereits Anfang November war ein Gladiatoren-Haus eingestürzt. Kritische Stimmen weisen auf den erbärmlichen Zustand des Unesco-Weltkulturerbes hin. Bis zu 25 Millionen Euro bringen die Touristen jährlich in die Kassen, doch werde das Geld für wenige Vorzeigeprojekte verwendet statt für dringende Erhaltungsmaßnahmen. Nur sechs der 1500 Villen in Pompeji waren in den vergangenen Monaten zu besichtigen. Kulturminister Sandro Bondi muss sich wegen des Zerfalls einer der beliebtesten Kulturstätten Italiens einem Misstrauensantrag der Opposition stellen. Er weist jede Verantwortung von sich und sieht als Ursache einerseits jahrzehntelanges Missmanagement. Andererseits und vor allem aber habe Dauerregen die Einstürze verursacht.