Museen müssen die Eigenfinanzierung stärken. Vorbilder sind Guggenheim und Metropolitan Museum FRANKFURT, 26. Mai. Kultur-institutionen müssen umdenken", heißt es in einer Studie des internationalen Beratungsunternehmens A. T. Kearney, das internationale und deutschsprachige Kultureinrichtungen unter die Lupe genommen hat. Das Resümee lautet, daß nur solche Institutionen, die über multidimensionale Konzepte verfügen und wirtschaftlich professionell gemanagt werden, sich langfristig rechnen". Demnach geraten traditionell geführte Einrichtungen zunehmend unter Druck, da auf Grund der sinkenden öffentlichen Subventionen die Erschließung neuer Einnahmequellen zunehmend an Bedeutung gewinne. Parallel dazu wachse aber die Kulturaffinität der Bevölkerung. Diese Bereitschaft, sich mit Kultur auseinanderzusetzen, bietet den Museen und großen Festspielen wie Bayreuth oder Salzburg neue wirtschaftliche Ansatzpunkte, um einen größeren Teil des benötigten Geldes als bisher aus eigener Kraft aufzubringen. Unter den multidimensionalen und mutliplizierbaren Konzepten versteht A.T. Kearney die Verbindung von Kulturereignissen mit Handelskonzepten wie Museumsläden oder Restaurants. Hier gelten die international führenden Kulturinstitutionen wie das Metropolitan Museum of Modern Art (New York), Guggenheim, Tate Moderne (London) als Trendsetter. Als ein Beispiel im deutschen Raum gilt die Neue Nationalgalerie in Berlin, die bei ihrer Ausstellung im Jahr 2004 des Museums of Modern Art mit 6,5 Millionen Euro Gewinn wirtschaftlich erfolgreich abschloß. Dazu trugen die 190000 verkauften Kataloge, 500000 Ansichtskarten und 50000 Plakate maßgeblich bei. Zudem lockte die siebenmonatige Werkschau der modernen Kunst rund 1,2 Millionen Besucher an und rückte Berlin für diese Zeit mit einem kulturellen Thema in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Das Image als Kulturstandort wird zugleich zu einem Wettbewerbsvorteil für die gesamte Region wie auch das Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao beweist. Bilbao wie auch Berlin - in Kooperation mit der Deutschen Bank -sind Beispiele der weltweiten Vermarktung der Guggenheim-Sammlung. Zudem schafft sie eine Verbreiterung der Einkaufmöglichkeiten" durch Partnernetze, und mit Leihverträgen werden die Archive als lukrative Finanzierungsquellen erschlossen. Das Beispiel Bilbao zeigt zudem, daß durch einen spektakulären Museumsneubau - geplant von Stararchitekt Frank Gehry - Städte in ihrer Strukturanpassung vorankommen. Zwei Jahre nach der Eröffnung zählte das Museum 1,1 Millionen Besucher. Daß dies auch in vielen anderen europäischen Städten gelingt, zeigen die Besucherzahlen. Doch bei der Wirtschaftlichkeit - gemessen an der Selbstfinanzierung des Museums -wird am Bespiel des Metropolitan Museum of Art mit seinen 4,5 Millionen Besuchern im Jahr 2004 deutlich, daß hier noch größere Reserven schlummern. Denn das Metropolitan Museum finanziert sich zu 92 Prozent selbst. Bei einem Gesamtetat von 259 Millionen Dollar im Jahr 2004 waren die Einnahmeposten GastronomieParken (20,2 Millionen Euro) und Erträge aus dem Museumsshop mit 79,4 Millionen Dollar größer als die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern von 19 Millionen Dollar. Im internationalen Vergleich wird die wirtschaftliche Chance des Verkaufs durch Museumsläden deutlich. Während der durchschnittliche Umsatz je Museumsbesucher im Metropolitan Museum bei 14,3 Euro liegt, erwirtschaften deutsche Kultureinrichtungen nur 4 Euro. Wie hoch das Potential hierzulande bei dieser Erlösquelle liegen kann, zeigen die Zahlen der Berliner MoMA-Ausstellung (7 Euro). Damit hat diese Ausstellung sogar die Museumsladenumsätze der Tate Moderne in London übertroffen, die durchschnittlich im Vergleichsjahr 2004 bei 5.7 Euro lagen. Dabei finanziert sich das Londoner Museum mit 62 Prozent deutlich besser als die deutschen Museen. Die Berater sehen auch in der Verbindung mit Unternehmen, die Kultur sponsern, eine wichtige Finanzierungsquelle in Zeiten leerer öffentlicher Haushalte. Als beispielhaft führen sie Eon an, das nach der Cezanne- und Marc-Ausstellung nun in Essen Caspar David Friedrich präsentiert. Vom Sommer 2006 an werden - mit Unterstützung der Deutschen Telekom -auf der gesamten Ausstellungsfläche der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle rund 250 Kunstwerke aus der Sammlung des Solomon R. Guggenheim Museum zu sehen sein. Zuvor hatte die Telekom schon die erfolgreiche Tutanchamun-Ausstellung unterstützt. Damit treten die Unternehmen als finanzkräftige Förderer an die Stelle der Aristokraten, die in früheren Jahrhunderten die Museen wie die Albertina in Wien förderten. Sie beherbergt seit 1795 eine der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt mit einem Umfang von ungefähr 65 000 Zeichnungen und mehr als einer Million druckgrafischen Blättern. Der Name Albertina" stammt von ihrem Begründer Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen. Im Zeitalter der Industrialisierung erwiesen sich der Geldadel und reich gewordene Unternehmer als Kulturförderer. Ein bekanntes Beispiel ist das Museum Thyssen-Bornemisza, das sich im Villahermosa Palast in Madrid unweit des weltberühmten Prado befindet. Ausgestellt werden Kunstwerke, die von der Familie Thyssen-Bornemiszä zusammengetragen worden sind. Aber nicht nur Museen als permanente Kultureinrichtungen taugen zur Professionalisierung von Kultureinrichtungen. Auch periodische - wie die Salzburger oder Salzburger Festspiele oder jene in Bayreuth - haben schon einige Schritte zu einer besseren Eigenfinanzierung getan. In Salzburg beträgt der Anteil der Eigenfinanzierung schon 71 Prozent, in Bregenz 73 Prozent, und in Bayreuth werden nur 40 Prozent durch öffentliche Mittel gefördert. Wird die Öffentliche Förderung an der Zahl der Besucher gemessen, dann zeigen sich unterschiedliche Reifegrade der Selbstfinanzierung. Jeder der 59 000 Besucher auf dem grünen Hügel in Bayreuth wird mit 81 Euro öffentlich gefördert. In
Die Besten finanzieren sich selbst. Museen müssen die Eigenfinanzierung stärken.
Here is a summary of the text in 200 words:
Museums need to strengthen their self-financing. International consulting firm A.T. Kearney has studied international and German-speaking cultural institutions and found that only those that have multidimensional concepts and are economically professionally managed can sustain themselves in the long term. Traditional institutions are under pressure due to declining public subsidies, and must find new revenue sources. At the same time, the public's affinity for culture is growing, offering museums and large festivals like Bayreuth or Salzburg new economic opportunities to generate revenue. A.T. Kearney identifies the connection between cultural events and commercial concepts, such as museum shops or restaurants, as a key area for growth. International leaders in this field include the Metropolitan Museum of Modern Art, Guggenheim, and Tate Modern.
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